Philipp-Heyme-Fußballgott

Philipp-Heyme-Fußballgott : Eintracht Camburg gewinnt den Pokal gegen Jenapharm

Kreispokalfinale: Der Einwechsler entscheidet spät das Spiel. Jenapharm hat Pech und trifft nur den Pfosten.

SV Jenapharm Jena – SV Eintracht Camburg 1:2 (1:1, 0:0) n.V.

Jena. Nicht die Camburger Torfabrik mit Manuel Ullner, Ronny Hüttich und Michael Zöllner stand am Sonnabend nach dem Abpfiff des Pokalendspiels der Männer im Mittelpunkt. Es war der 24-jährige Philipp Heyme, der in der Verlängerung das Siegtor zum 2:1 (113.) gegen den SV Jenapharm Jena erzielte. „Der Ball kam vom Pfosten zurück, da habe ich einfach den Fuß drangehalten. Dann war er drin“, sagte Heyme sehr sachlich über die entscheidende Szene eines packenden Endspiels der zwei besten Kreisoberliga-Mannschaften der Saison.

Als Schiedsrichter Christian Möbius abpfiff, wollten alle nur noch zu Heyme. Im Siegerkreis tanzten die Camburger, in der Mitte hüpfte Heyme. Und was er da zu hören bekam, ging nicht nur bei ihm runter wie Öl. Seine Mitspieler grölten: „Philipp-Heyme-Fußballgott.“ Und die Jubelarien um und für Heyme gingen weiter. Sebastian Zöllner, der Sohn des Camburger Trainers Silvio Zöllner, schnappte sich ein mit Bier gefülltes Glas und überschüttete Heyme. Der Pokal-Held hatte kaum den Gerstensaft aus seinem Gesicht gewischt, da folgte eine Sekt-Dusche seiner Mitspieler. Camburgs Trainer Udo Kleinhans war egal, dass Heymes Trikot durchtränkt war. Er drückte ihn und sagte. „Glückwunsch Philipp, du hast so viel getan für den Verein, du hast das Tor verdient.“

Das Tor hatte er kurz vor seiner Einwechslung in der 107. Minute angekündigt. Kreisschiedsrichter-Obmann Jan Schröder frotzelte noch hinterm Eintracht-Tor, als sich Heyme für seine Einwechslung erwärmte. „Philipp mach hin, wir wollen das WM-Spiel der Deutschen gegen Ghana nicht verpassen. Am besten, du schießt ein Eigentor, damit es kein Elfmeterschießen gibt“, sagte Schröder mit einem Lächeln. Schröder und Heyme kennen sich aus gemeinsamen Zeiten als Schiedsrichter. Heyme schüttelte mit dem Kopf. „Dann schieß‘ ich lieber das Siegtor.“ Und Heyme machte nicht nur den Spruch, er ließ Taten folgen. Heyme genoss den Abend. Als die Sportanlage unterm Jenzig fast wieder menschenleer war, schlenderte Heyme mit dem Pokal in der Hand über den Platz. „Was heute passiert ist, das werde ich wohl erst in ein paar Tagen realisieren“; sagte der Pokalheld

Der ehemalige Camburger Trainer Rainer Arnold lieferte den Spruch des Abends: „Aufstieg, Pokal – das ist genial.“

Gegner SV Jenapharm war ein starker Gegner, hatte sogar mehr vom Spiel. Wer weiß, wie das Spiel ausgegangen wäre, wenn innerhalb von einer Minute Romano Zieglers Schuss von Camburgs Mario Schlegel nicht noch geklärt wurde, und Robert Worms Kopfball nach einem Eckball nicht an das Aluminium geknallt wäre. Beide Szenen passierten in der ersten Hälfte der Verlängerung. Da stand es noch 1:1.

„Glückwunsch an Camburg. Es hat heute bewiesen, was es so stark gemacht hat. Wer in einer ganzen Saison nur drei Spiele verliert, muss Großartiges geleistet haben. Eintracht braucht nicht mehr Möglichkeiten, um seine Tore zu schießen. Wir haben heute ein gutes Spiel geboten. Es war nicht unser bestes Spiel. Schade, wir hätten gern die Saison mit dem Pokalsieg beendet“, sagte Jenapharm Trainer Thomas Kulb.

 

Sebastian Zöllner (links) verpasst dem Torschützen Philipp Heyme eine Bier-Dusche.

Foto: Jens Henning

 

Beitrag-Jens Henning-OTZ-23.06.2014